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Neuer „Rahmenplan Energie“ des METI

Energieeinsparung und Wirtschaftswachstum sollen in einander greifen

Emissionen japanischer Haushalte sollen bis 2030 um 50% sinken – Effizienzsteigerung bei Warmwasserbereitung und Beleuchtung

Im Vorfeld der „Neuen Wachstumsstrategie“ der japanischen Regierung, welche im Juni vorgestellt werden soll, wurde vom japanischen Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) ein Entwurf für einen Energie-Rahmenplan erarbeitet, welcher als Leitfaden für die künftige Energiepolitik Japans fungieren soll. Eines der darin postulierten Ziele sieht die Reduktion der in Privathaushalten anfallenden CO2-Emissionen um 50% bis zum Jahr 2030 vor. Um dieses Ziel zu erreichen, will man sich vor allem neuer Technologien bedienen, so etwa den Smart Grid, mit denen sich Elektrizität und Gas effektiver nutzen lassen. Doch soll auch der Verbrauch selbst sinken, indem etwa hocheffiziente Warmwasserbereiter und Beleuchtungsgeräte in nahezu alle Haushalte eingeführt werden.
Bis 2020 sollen Nullenergiehäuser – Häuser, deren jährliche Energiebilanz durch Energiegewinnung mittels Photovoltaik, KWK-Anlagen u.ä. rechnerisch gleich null ist – zum Standard beim Bau von Privathaushalten avancieren.

Energieeinsparung und Wirtschaftswachstum ergänzen sich: Emissionsfreie Energiequellen sollen auf 70% steigen

Ein weiteres Ziel des Wirtschaftsministeriums sieht vor, den Anteil emissionsfreier Stromquellen an der Gesamtstromerzeugung von derzeit 34% bis zum Jahr 2030 auf 70% zu steigern. In der ersten Hälfte der 2020er ist dafür eine flächendeckende Einführung von Smart Metern vorgesehen, für welche die Regierung Zuschüsse und weitere Fördermittel debattiert, um die neuen Zähler in Kooperation mit Strom- und Gasversorgern zu installieren. Um die Normen der damit in Verbindung stehenden Geräte zu vereinheitlichen, soll in Kürze mit der Branche in Verhandlung getreten werden. Als ein weiteres Ziel sollen die Verkaufszahlen von hocheffizienten Warmwasserboilern in den kommenden drei Jahren auf das Doppelte (ca. 2 Mio. Einheiten) steigen, in fünf Jahren soll sich der Absatz bereits verdreifacht haben. Bis zum Jahr 2030 soll dadurch in 80-90% aller japanischen Haushalte eine energiesparendere Warmwasserbereitung ermöglicht werden. Hocheffiziente Beleuchtungsmitteln wie LEDs sollen bis zum Jahr 2030 bereits in 100% der Haushalte vorgedrungen sein.

RahmenplanEnergie

Höhere Effizienz sichert steigenden Energiebedarf

Desweiteren wurden Pläne bekannt gegeben, zur Sicherstellung der Energieversorgung bis 2030 mehr als 14 neue Atomkraftwerke errichten zu wollen, und auch die Auslastung der bestehenden Atommeiler soll von derzeit 65% auf 90% angehoben werden. Auch ein System der Einspeisevergütung (FIT, Feed-in-Tariff) soll als Maßnahme zur Ausweitung der Nutzung regenerativer Energien etabliert werden.

Als einen Leitgedanken bei der Erstellung des Rahmenplans Energie nannte Wirtschaftsminister Masayuki Naoshima (DPJ) das Ziel, Energie- und Umweltpolitik mit Maßnahmen für Wirtschaftswachstum sinnvoll zu kombinieren: Während das METI einerseits Maßnahmen gegen die globale Erderwärmung fortführt, kann gleichzeitig die Förderung der Verbreitung von Smart Metern und weiteren umweltrelevanten Technologien Möglichkeiten für Japans Industrien der nächsten Generation schaffen – wenn künftig regenerative Energien in großem Umfang eingeführt werden, kommen etwa Smart Metern im Rahmen einer intelligenten Stabilisierung und Regulierung der Netze immer mehr Bedeutung zu.

Quelle:
Nihon Keizai Shinbun, 17.04.2010

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最終変更日時 2010年5月12日8:07 PM