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Wiedereinführung der staatl. Fördergelder für PV-Anlagen
Hoffnung auf Preissenkungen bei PV-Anlagen durch vermehrte Installationen in Wohnhäusern
Die staatlichen Fördergelder für PV-Anlagen für Wohnhäuser in Japan
erfahren eine Wiederbelebung. Darüberhinaus wird diskutiert, ob ab
nächstem Jahr die Einspeisevergütung für solar erzeugten Strom erhöht
werden solle.
Durch die plötzliche Wiedereinführung der staatlichen Fördergelder für
Photovoltaik-Anlagen haben die Unternehmen des Wohnungsbausektors neue
Lebenskraft eingeflößt bekommen. Seit Sommer letzten Jahres wetteifern
sie mit Meldungen über die Einführung neuer PV-Produkte oder mit
Verlautbarungen ihres Engagements für die Verbreitung solarer
Stromerzeugung.
Unter den großen Wohnungsbaufirmen hat sich besonders die Sekisui
Chemical Company Ltd. (積水化学工業株式会社 Sekisui Kagaku Kōgyō Kabushiki
Gaisha) in Sachen Photovoltaik engagiert. Shio Masakazu, Leiter der
Technologieabteilung der Wohnungsbaugesellschaft des Unternehmens
bekräftigte: „In der Zeit, als die staatlichen Fördergelder ausgesetzt
waren, fiel der Anteil von neuen Häusern, die mit PV-Anlagen
ausgerüstet wurden, unter 50%, aber für 2009 streben wir eine Rate von
70% an.“
Eine Ausstattungsrate von 50% erscheint verglichen mit den PV-Anlagen,
die auf den Straßen ins Auge fallen, als außergewöhnlich hoch. Wie
konnte die Verbreitung von PV-Anlagen soweit voranschreiten? Dahinter
steckt die mit 90% hohe Verbreitungsrate der Komplettelektrifizierung
der Wohnhäuser (オール電化 ōru denka), das heißt das vollständige Bestreiten
von Kochen, Heizen, Klimatisierung etc. im Hause über Strom. Bei
Sekisui bündelte man Elektrifizierung und Stromerzeugung und
propagierte ein „angenehmes und wirtschaftliches Leben“.
„Bei einem komplett elektrifizierten Haus ist es möglich, mit der
Installation einer PV-Anlage mit einer Leistung von 4kW die
Energiekosten auf Null zu reduzieren (den Erlös durch die Einspeisung
von Strom eingerechnet).“ erklärt Herr Shio.
Des Weiteren zeigen sich die Fertighäuser geeignet, günstig mit
PV-Module ausgerüstet zu werden. Die Mehrzahl der Einfamilienhäuser des
Unternehmens sind Häuser mit Flachdach und können mit
Niedrigpreismodulen ausgestattet werden. Aber auch für Giebeldächer
entwickelte man zum gesamten Dach genau passende
Installationskomponenten, die großformatige Module aufnehmen können und
drückte die Kosten.
Die realen Kosten sind genauso hoch wie vor 10 Jahren
Die Anzahl der PV-Anlagen bei neugebauten Einfamilienhäusern stieg in den letzten 15 Jahren um mehr als das Hundertfache (siehe Grafik).
Der starke Anstieg begann ab dem Jahr 1999, als der durchschnittliche Systempreis pro kW installierter Leistung eine Million Yen (ca. 7625 Euro)1 durchbrach. Seinerzeit wurden pro kW installierter Leistung Fördergelder in Höhe von 330.000 Yen (ca. 2539 Euro) gezahlt. Danach fiel der Systempreis zwar langsam ab, aber durch einen Preisanstieg beim Rohstoff Silizium blieb er ab 2003, als der Systempreis unter 700.000 Yen (ca. 5337 Euro) gefallen war, relativ stabil. 2008 betrug der Systempreis pro kW installierter Leistung 680.000 Yen (ca. 5184 Euro*).
Die durchschnittliche Leistung von PV-Anlagen, die in Einfamilienhäusern zum Einsatz kommen, beträgt 3-4kW. Bei einer Anlage von 3kW Leistung betrugen vor 10 Jahren die Baukosten 1999 noch 2,82 Mio. Yen (ca. 21499 Euro) und wurden mit Fördergelder in Höhe von 990.000 Yen (ca. 7547 Euro) bezuschusst – somit lagen die realen Kosten für ein Einfamilienhaus bei 1,83 Mio. Yen (ca. 13952 Euro). Heute betragen die Fördergelder 70.000 Yen (ca. 534 Euro) pro Kilowatt Leistung, aber durch die gesunkenen Systempreise liegen die realen Kosten für ein Einfamilienhaus mit 3kW weiterhin bei 1,83 Mio. Yen (ca. 13952 Euro). Zwar sind PV-Anlagen heute wieder günstiger als in der Zeit ohne Fördergelder, aber im Vergleich zu vor 10 Jahren haben sich die realen Kosten im allgemeinen nicht verändert.
* 1 Euro=130 Yen
Quellen: Nikkei Architecture 2009-4-27, S.54
