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Erweiterung der Infrastruktur für Elektroautos
Erweiterung der Infrastruktur für Elektroautos – japanische Elektronikunternehmen widmen sich verstärkt der Entwicklung von Ladestationen für EVs
Verschiedene Ansätze bei Ladestationen für zukünftige EVs
Am 17. September gab Panasonic Electric Works (パナソニック電工株式会社 Panasonikku Denkō Kabushiki-gaisha) bekannt, künftig bei der Entwicklung von Ladegeräten und Aufladestationen für Elektroautos (electric vehicles, EVs) tätig werden zu wollen. So ist bereits ab Juni 2010 der Beginn des Vertriebs von 200V-Ladestationen geplant, dessen Absatz im Jahr 2011 bereits 10.000 Geräte erreichen soll.
Standard-Aufladegeräte, welche auf einen Einsatz bei 100 oder 200 Volt ausgelegt sind, sind im Rahmen von 100.000 bis 400.000 Yen (ca. 760-3000 Euro) erhältlich und verursachen damit nur etwa ein Zehntel der Anschaffungskosten von Hochgeschwindigkeitsladestationen, welche bei Preisen um ca. 3,5 Mio. Yen (26.600 Euro) gehandelt werden. Die von Panasonic Electric Works entwickelten Ladegeräte sollen zudem weitere Vorteile mit sich bringen: Ein günstiger Verkaufspreis von 200.000 Yen soll mit einer Miniaturisierung der Geräte einhergehen und somit die Einführung und Verbreitung der Geräte erleichtern. Zwar leidet die derzeitige Technologie unter dem Nachteil, daß die für eine vollständige „Betankung“ eines Fahrzeugs benötigte Zeit bei 100 Volt etwa 14 Stunden, bei 200 Volt noch immer sieben Stunden beträgt, aber dieser Nachteil wird kompensiert, indem man den Vertrieb auf Anwendungsgebiete wie öffentliche Einrichtungen, Parkplätze, den Einsatz in Privathaushalten und weiteren Standorten, an denen Elektrofahrzeuge für längere Zeiten abgestellt werden, ausrichtet.
„Stromtankstellen“ als mögliches Geschäftsmodell für Parkplätze und Parkhäuser
Noch machen den größten Anteil bei der Erweiterung der bestehenden Aufladestationen-Infrastruktur von Land oder Kommunen geführte Projekte zur technischen Erprobung der EV-Technologie aus, doch auch Automobilhersteller, die EVs entwickeln, sowie nahezu sämtliche Energieversorgungsunternehmen (EVU), welche mit der Verbreitung von Aufladestationen die Nachfrage nach von ihnen produzierter Elektrizität steigern wollen, gehen Kooperationen ein und weiten derzeit mithilfe der Unterstützung von Land und Kommunen die Zahl der aufgestellten Geräte aus. Auch die Idee, Stromtankstellen als gewerbliche Dienstleistung den Besitzern von Elektroautos anzubieten, gewinnt zunehmend an Attraktivität.
Am 1. September sorgte Lawson, eine der größten Ketten von Convenience Stores, für Aufsehen, nachdem an Filialen in der Stadt Yokohama 200-Volt-Aufladestationen aufgestellt wurden. Lawson hatte als erstes Unternehmen städtische Fördergelder empfangen.
Auch Parkflächenbetreiber wie Park 24 (パーク24株式会社 Pāku Nijūyon Kabushiki-gaisha) und weitere sorgten für weitere Neuerrichtungen von Aufladestationen, bei denen Kunden sogar kostenfrei Strom tanken können, während sie parken. Ziel der Angebote sind zum einen, sich durch eine Erweiterung der eigenen Angebotspalette von Mitbewerbern abzuheben, zum anderen ist man bestrebt, neue Kunden anzuziehen.
Auch Japans EVUs ergreifen Initiative
Der größte Energieproduzent Japans, TEPCO (The Tokyo Electric Power Company, Inc., 東京電力株式会社 Tōkyō Denryoku Kabushiki-gaisha) kooperiert mit drei Automobilherstellern, um die Verbreitung von Hochgeschwindigkeitsladestationen weiter zu fördern, für welche auch ein Fördergeldsystem der Regierung zur Verfügung steht. TEPCO gab bereits am 26. Juni 2009 bekannt, für Zwecke des Unternehmens etwa 310 EVs anschaffen zu wollen und verdreifacht seinen Fuhrpark damit auf etwa 470 Elektrofahrzeuge. Bis zum März 2010 sollen mit Fokus auf den Geschäftsstellen in der Hauptstadtregion ebenfalls etwa 43 Hochgeschwindigkeitsladestationen angeschafft werden. Exklusive Steuererlässen und staatlichen Fördermitteln entspräche dies einer Investition von etwa 1,6 Mrd. Yen (etwa 12,2 Mio. €). Die Hochgeschwindigkeitsladestationen, die TEPCO auch in Zusammenarbeit mit dem Elektrikunternehmen Takaoka Electric (株式会社高岳製作所 Kabushiki-gaisha Takaoka seisakusho) entwickelt, ermöglichen mit einem Ladevorgang von fünf Minuten Fahrzeugreichweiten von bis zu 40 km.
Quellen:
Kankyo Business Mail Magazin 29.09.2009
Meldung auf Nikkei Net vom 08.07.2009