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Das „Geschäft mit dem Wasser“
Eintritt in ausländische Märkte soll gefördert werden: Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) richtet eigene Abteilung ein
Um eine auf internationale Erschließung des „Geschäfts mit dem Wasser“, wie etwa Reinigung von Salzwasser und Wasser- und Abwassersystemen, gerichtete Unterstützung von Unternehmen durchzuführen, wurde im Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) beschlossen, in Kürze eine eigene Abteilung einzurichten. Desweiteren soll bereits frühestens ab September mit praktischen Erprobungen im Ausland begonnen werden, um Daten, welche für eine Produktentwicklung und kommerzielle Anwendung nötig sind, zu sammeln.
In aufstrebenden Ländern wie China zeigen sich oft als Kehrseite der raschen Modernisierung ein Voranschreiten von Verwüstung und ein Niedergang der Wasserqualität – somit wird darauf abgezielt, Japans hohes technologisches Niveau auch bei der Förderung der aufstrebenden Länder nutzbringend einzusetzen. Laut METI beträgt das Ausmaß des Weltmarktes des Geschäfts mit dem Wasser derzeit (Juli 2009) etwa 60 Billionen Yen (etwa 459 Mrd. Euro).
Einige Voraussagen gehen gar davon aus, daß durch das Ansteigen des Wasserbedarfs durch wirtschaftliche Entwicklung und Voranschreiten der Verstädterung in den Entwicklungsländern es in den nächsten 25 Jahren gar auf 100 Bio. Yen ansteigt. Japans Technologie zeigt sich zwar in einzelnen Anwendungen wie etwa Reinigungsfiltern fortgeschritten, aber es gibt keine Unternehmen, die zusammenhängende Dienstleistungen wie etwa eine zusammenhängende Dienstleistungskette von Bau bis zur Verwaltung und Betrieb einer Fabrik anbieten könnten und ist auch nicht auf ausländischen Märkten präsent. Der Weltmarkt wird stattdessen von europäischen Unternehmen wie der französischen GDF Suez u.a. als „Wasserriesen“ bezeichneten Unternehmen allein beherrscht.
Das Ministerium fördert offiziell den Eintritt in ausländische Märkte und geht von der Notwendigkeit aus, Daten zu sammeln, welche eine geschäftliche Etablierung im Ausland notwendig sind. Bald soll eine institutionelle Reform verkündet werden, mit welcher eine Abteilung für die Förderung des Geschäfts mit dem Ausland etabliert und in einer Kooperation von behördlicher und privater Seite die Erschließung ausländischer Märkte vorangetrieben werden soll.
Als Empfänger der Förderung kommen u.a. Hersteller von Baumaschinen oder -materialien, Baufirmen und andere private Unternehmen, die eine Geschäftsentwicklung im Ausland anstreben oder kommunale Stellen, die Know-How auf dem Gebiet der Wasser- und Abwassersysteme besitzen, in Frage.
Man strebt an, mit der Gründung von Joint Ventures die jeweiligen Technologien und Know-How der Beteiligten zu kombinieren und so Aufträge im Ausland zu ergattern. Als ein Sprachorgan von Industrie, Universitäten und Regierung wurde im Januar das Water Security Council of Japan (水の安全保障戦略機構 Mizu no Anzen Hoshō Senryaku Kikō) gegründet. Zwar werden auf den Gebieten der Wasser- und Abwassersysteme und anderen jeweils auch private Organisationen gegründet, aber diese führten bislang nicht zu Geschäftsanbahnungen mit dem Ausland.
Quelle:
Mainichi Shinbun vom 12.07.2009